Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht. Vaclav Havel
„Nichts ist so schwer, wie der erste Schritt“ las ich vor kurzem in der Überschrift eines Newsletters. Dabei kam mir sofort die Idee, einen Blog darüber zu schreiben.
Wie gut ich das kenne! Du auch?
Mut, Angst, Neugier
Als ich mich entschloss selbstständig zu machen, kamen mir Gedanken in den Sinn wie: „Willst du das wirklich, es gibt schon so viele Systemische Berater*innen. Kannst du das, was du da anbietest? Was, wenn du scheiterst?“ Und noch viele weitere Fragen beschäftigten mich damals.
Das Herz pochte und die Gedanken kreiselten im Kopf herum.
Und als meine Webseite online ging, spürte ich eine wahre Kraft in mir in mir aufsteigen.
Jetzt ging es richtig los.
Der erste Schritt ist oft der schwerste, denn dieser bedeutet Veränderung. Und Veränderung bringt oft Unsicherheit mit sich. Denn niemand kann vorher sagen, was sich einstellen oder kommen wird. Türen öffnen sich und ein Wachstum wird ermöglicht, denn durch neue Erfahrungen zeigen sich neue und ungeahnten Möglichkeiten. Mut und Neugier …
Die Angst vor dem ersten Schritt
Jeder kennt dieses Gefühl, wenn etwas unbekannt und unsicher ist. Der Wunsch, etwas Neues zu beginnen, wird begleitet von Zweifeln, inneren Widerständen und dem tief verwurzelten Bedürfnis nach Sicherheit. Genau das nahm ich damals auch wahr. Immer wieder überlegte ich, dass ich mir eine Anstellung suchen sollte, um z.B. über ein regelmäßiges Einkommen zu verfügen.
Das Vertraute nahm ich als bequem wahr, selbst wenn es mich nicht mehr glücklich machte. Es ist diese paradoxe Verbindung zur eigenen Komfortzone, die uns zurückhält. Doch manchmal ist das größte Risiko nicht das Scheitern – sondern der Stillstand.
Mut als entscheidender Faktor
Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern trotz der Angst zu handeln. Wer einen ersten Schritt wagt, zeigt Stärke, Selbstvertrauen und die Bereitschaft, zu lernen. Der erste Schritt muss nicht groß sein. Manchmal reicht ein „Ich probiere es“, ein kleiner Impuls, der alles verändern kann. Denn jeder Weg beginnt mit einem einzigen Schritt – einer bewussten Entscheidung.
Damit ging es für mich los – ins Ungewisse.
Wachstum durch Herausforderung
Jeder Schritt ins Unbekannte bringt Herausforderungen mit sich. Vielleicht stolpern wir, vielleicht fühlen wir die Überforderung. Genau hier liegt die Chance: Durch Fehler wachsen wir, durch Rückschläge lernen wir, durch das Verlassen unserer sicheren Zone entdecken wir neue Facetten von uns selbst. Es ist eine Reise zu uns selbst, die uns lebendig werden lässt.
Mit einer vertrauten Person an der Seite, kann es einfacher sein, diesen Schritt zu wagen und in herausfordernden Momenten Beistand zu erfahren.
Der Moment der Entscheidung
Irgendwann kommt der Punkt, an dem wir erkennen, dass Stillstand keine Option ist. Der Moment, in dem wir spüren, dass die Angst vor dem „Was wäre wenn“ nicht stärker sein darf als der Wunsch nach Veränderung. Wer auf den „perfekten Moment“ wartet, kann darauf lange warten. Diesen wird es wahrscheinlich nicht geben.
Und dann kommt er: Der erste Schritt. Vielleicht zögerlich, vielleicht unsicher – aber er geschieht. Und mit ihm öffnet sich eine neue Welt.
Es braucht Mut und Neugier, aber auch die Bereitschaft, etwas dazulernen zu wollen und sich weiter zu entwickeln.
Also, worauf wartest du? Wage den ersten Schritt. Nicht morgen, nicht irgendwann – sondern jetzt. Denn da wartet das Leben.
